Odenheim 2011

Um mal wieder ganz legal abseits den Straßen mit unseren Enduros ein bisschen im Dreck und Schlamm spielen zu können, haben wir beim MOTORRAD action team die Veranstaltung in Odenheim 50402EWO-11 von 30.07.2011 bis 31.07.2011 gebucht.

Beeze, Germar, Michael und ich machten uns am Freitag Abend mitsamt den Moppeds auf den Weg in’s äußerste Nordbaden. Ingolf fuhr bereits einen Tag vorher mit seinem Wohnmobil vorweg um uns am Gelände des MSC Odenheim zu treffen. bst-üblich waren unsere Dosen randvoll mit Verpflegung der feinen Art. 6 kg Fleisch [tm] in 350 g Stück bis zu 5 cm dick geschnitten, Bratapfel- und Zwetschgenkuchen mit Zimtsahne und Brot [tm] von Mounty gesponsert. Grill, Kaffeemaschine, Frühstück, Zwischenmahlzeiten, Snacks, Obst, Zäpfle, Weizen … um es kurz zu machen, abgenommen hat – trotz nicht unerheblicher körperlicher Tätigkeit – bestimmt keiner.

Unser Platz

Ziemlich genau um 19 Uhr haben wir und ein schönes Plätzchen im Fahrerlager beschlagnahmt um gleich mit den Aufbau von Zelt, Pavillon, Grill usw. zu beginnen, dann war heute nichts mehr zu tun als zu feiern. Der Freitag war social event, Einstimmung und zur Steigerung der Vorfreude – Germ demonstrierte uns wieder einmal seine Grillkünste und präsentierte uns wie immer perfekt gegrillte Rindersteaks, und das war dieses Mal nicht einfach, denn wie bereits gesagt, die Lumpen waren zum Teil 5 cm dick. Gut gesättigt legte ich mich dann so um halb zwei in mein Zelt und verbrachte eine erstaunlich ruhige Nacht. Ich hab irgendwie mit Soundcontests oder anderen Bespaßigungen der Besoffolowskis gerechnet, aber nix, gar nix. Ich hab noch nicht mal die Ohrstöpsel gebraucht. Auch gut.

Am Sa. morgen war ich schon um Viertel nach sieben fit und da der Orga-Stand von MOTORRAD auch schon offen war, hab ich mich gleich in die Gruppe 8 eingeschrieben. Ich war ausnahmsweise Mal der erste auf der Liste. Gruppen gab’s insgesamt vier. Anfänger bekamen die „9“, Fortgeschrittene „8“, Profis „7“ und die Kinder, die ihre eigene, kleine Strecke hatten, die „5“ als Aufkleber für’s Mopped. Beeze holte sich auch ne „8“, alle anderen, inklusive Gerhard, der mittlerweile auch hier war, eine „9“. Eine Gruppe war immer für 20 Minuten auf der Strecke, also die „7“ immer zur vollen Stunde, die „8“ um 20 nach und die „9“ um 40 nach, so hatte man nach den 20 Minuten mindestens immer 40 Minuten Pause, hört sich jetzt viel an, aber die sind ruck-zuck rum.

Rennleitung
Unsere „9“-er gaben sich um 10 Uhr gleich mal den Einführungslehrgang, Beeze und ich stürzten uns 20 Minuten später das erste Mal auf die Cross-Strecke. Erstmal schön langsam die Strecke begutachten, dann das Tempo erhöhen und Spaß haben. Und den hatten wir. Runde für Runde, Turn für Turn fand ich mich immer besser auf meiner 690 zurecht und versuchte, mit Erfolg, meine Schwächen zu verbessern. Meine Sprünge wurden kontrollierter und weiter, die Kurventechnik, von Gio in Villars persönlich erklärt bekommen, versuchte ich genau so umzusetzen. Die Strecke war für mich als Laie in einem guten Zustand, die Bewässerung, die zwei Mal am Tag angestellt wurde, erzeugt zwar das eine oder andere Matschloch, aber ich sah das als Herausforderung, nicht als Hindernis – dafür staubte es an machen Stellen so, dass man den Kollegen 2 m vorne dran nicht mehr sehen konnte. Hat auch einen gewissen Reiz.

In der Mittagspause wurde der Kurs auf die Enduro-Variante umgesteckt. Das heißt, die Motocross-Strecke bekam an vielen Stelle eine Abzweigung in mehr oder weniger knifflige Sektionen mit deutlichem Enduro-Charakter, sprich enge, steile Auf- und Abfahrten, enge Kehren usw. Praktischerweise hatten diese Sektionen jeweils eine Experten – und Anfängeroption, so dass jeder nach eigenem Gusto oder Können seine erdigen Phantasien ausleben konnte. Diese Art der Strecke gefiel mir übrigens besser. In den Pausen konnte man immer schön den anderen beim Fahren zusehen, so verging der Fahrtag rasch und wir machten das, was wir noch besser als fahren können, nämlich bei Rindersteaks und Kuchen darüber reden. Ab 21:30 Uhr war unten am Clubheim noch ein Dia-Vortrag, den ich mir allerdings nicht gegeben habe, eventuell kann Ingolf dazu was schreiben.

Am Sonntag wurde ich etwas später wach, und das obwohl ich locker zwei Stunden früher in den Schlafsack gekrochen bin als tags zuvor. Da noch keiner wach war holte ich mir gut erholt erst mal einen Kaffee unten im Clubheim ab. Dort traf ist auch gleich Michael und Gerhard, unsere beiden Nachtarbeiter sind natürlich schon viel früher wach und haben im Clubheim das Frühstück schon hinter sich. Ich bin aber gleich wieder hoch um dann die restliche Bande sanft aus den Träumen zu begleiten – sprich an Germs Bus gewackelt und bei Ingolf die Schiebetür vom WoMo aufgerissen. Dann bst Frühstück unterm Pavillon, schön mit Illy Kaffee aus Beeze‘ Edelstahl-Bialetti. Unsere „9“er, außer Ingolf, der beschloss den morgen zu entspannen und gar nicht erst auf den Enduro-Kurs zu gehen, besorgten sich anschließend bei der Rennleitung ne „8“ – so dass wir alle, in der gleichen Gruppe starten. Nach dem ersten Turn tauschen Michael und Germ die „8“ wieder reumütig gegen die „9“, zu schnell sei es gewesen, find ich gut, wenn man sich eingesteht, dass man noch Trainingsrückstand hat. Gerhard stellte nach zwei Runden bei den Fortgeschrittenen das Fahren bis auf weiteres erstmal ein, so dass Beeze und ich wieder alleine in der Gruppe 8 waren.

Fuhrpark

Quasi unser Zeltnachbar, da war nur noch das Zelt vom Roten Kreuz dazwischen, war ein Beta Motorrad Stand. Dort konnte man sich Trial-Maschinen, kleine Wander- und echte Sportenduros völlig unkompliziert ausleihen. Einmal Name und Unterschrift und man konnte den ganzen Tag aus dem vollen Programm auswählen. Ich schnappte mir nacheinander die 2011er 450, danach die 350 und 498 2012 Enduros, und fuhr mit allen drei jeweils einen 20 Minuten Turn auf der Enduro-Strecke. Was und wie einfach ich da mit der 350er hingebracht habe, war eine wahre Freude für mich. Unglaublich wie einfach die zu fahren war. Die 498 hatte ich direkt danach, die war mir eindeutig zu stark, zumal ich mit der auch noch auf der frisch gewässerten, und damit schmierigen, Strecke unterwegs war. Die 450er war irgendwo dazwischen, meine Wahl würde somit eindeutig auf die 350er fallen.

Nachmittags wurde dann wieder auf Cross-Strecke umgesteckt und die letzten beiden Turns heizte ich wieder mit meiner 690 über den Kurs, die ihre Sache richtig gut macht. Natürlich ist da nicht das feine Handling, die tolle Leistungsabgabe der 350er, sie ist mit den 65 PS deutlich übermotorisiert und hat auch 25 kg mehr auf den Rippen, trotzdem tat das meinem Spaß nicht viel Abbruch und ich hab damit so manchen in der Gruppe herbrennen können.

Um 16 Uhr haben wir dann alles zusammengepackt, die Moppeds aufgeladen, und sind auf der A5 alle Richtung warme Rheinebene gefahren.

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