Probefahrt Yamaha Ténéré 700

Endlich komme ich dazu, die überall hochgelobte neue Yamaha Ténéré 700 zu testen. Die Kontaktaufnahme per E-Mail sowie der ganze Ablauf der Probefahrt mit dem Motorradzentrum Freiburg war wie immer vorbildlich, das Wetter herrlich und in den nächsten 75 Minuten konnte ich mich voll und ganz der Reiseenduro widmen.

Losfahren wie früher, draufsitzen und Gas geben, einzustellen gibt es fast nichts. Nur das ABS kann man ausschalten, leider nur an beiden Rädern gleichzeitig, ein sogenanntes Offraod-ABS, das nur vorne regelt und hinten das Blockieren zulässt wäre mir lieber gewesen. Aber egal, ich kann hier und heute eh nur auf der Straße fahren, und zwar über ein, zwei kleine Umwege rauf auf den Schauinsland.

Gleich vorweg, die Maschine fährt sich genauso gut, wie man unisono in den Fachzeitschriften liest. Schon gleich aus der Stadt heraus, macht man mit dem weichen Motor Bekanntschaft, nichts ruckelt und zuckelt, man rollt mit schönem, wahrnehmbaren aber nicht lauten Zweizylindersound und entspannter Körperhaltung über den Asphalt.

Ehrlich gesagt, ich hätte nicht gedacht, dass sich die Enduro auf der Straße so gut fährt. Von dem generetypischen, großen 21″ Vorderrad merkst du so gut wie nichts, auch die Semistollenbereifung läuft ruhig und gript auch bei höherem Kurventempo gut. Den noch schnelleren Vorwärtsdrang verhindert lediglich die Leistung und die zahmen Bremsen mit grobmotorischem ABS. Klar wünsche ich mir insgeheim 25 PS mehr, um hin und wieder im Insane-Mode die Bestzeit auf der Hausstrecke zu kippen, aber dafür ist die Ténéré nicht gebaut. Flott ja, brutal heizen nein.
Dennoch ist der Motor eine echtes Sahnestück. Linearer Drehmomentverlauf von ganz unten bis ganz oben, eben wie ein Tisch, im Standgas bergauf mit 10 km/h ohne zu murren, sechster Gang Vollgas 200 km/h wie an der Schnur gezogen, ich bin begeistert.
Das Fahrwerk war für mich für die kurze Zeit auf der Straße ok, da es voll einstellbar ist, dürfte auch genügend Spielraum für Experimente damit sein.

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Liter getankt, der abnehmbare Tankdeckel gefällt mir nicht, dann das Mopped wieder zurückgebracht und Danke gesagt. Kaufen kann ich allerdings im Moment keine, die Nachfrage sei groß, meinte der freundliche, junge Mann vom MOZ. Das wundert mich jetzt nicht.

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