DLWF 2016

Natürlich habe ich mich mal wieder überreden lassen, bei der 16. Drei-Länder-Winterfahrt mitzufahren. Wie immer gilt es an zwei Tagen Posten in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz anzufahren, die Aufgaben an diesen zu lösen und rechtzeitig im Ziel zu sein.

Tiergrüble-Hütte

Für uns ging es am Freitag Mittag zuerst zur Tiergrüble-Hütte oberhalb von Schönau. Auf der Straße dahin wurden wir mit reichlich Schnee überrascht, ein Gruppe kam uns etwa 800 m vor dem Ziel entgegen und empfahl uns umzukehren, weil sie nicht hochgekommen sind. Klar, dass wir das nicht gemacht haben, und wird wurden dafür mit gut 30 cm feuchtem, schweren Schnee belohnt. Zweiter Gang, Vollgas und mit einer fetten Fontäne hinter meiner KTM fräste ich eine Spur bis hoch zu Hütte.
Die Aufgabe: Länder anhand ihrer Umrisse erkennen.

Tiergrüble

St. Peter

Der zweite Posten im Schwarzwald war der Parkplatz Potsdamer Platz bei St. Peter, wo wir kurz vor der Ankunft kurz inne hielten um den wunderschönen Sonnenuntergang zu bestauen. Auch hier war noch ordentlich Schnee am Platz. Mittlerweile war es schon fast vollständig dunkel geworden, doch die Säckchen ließen sich trotzdem noch recht gut aus etwa fünf Meter durch die Öffnungen werfen.

Potsdamer Platz

Obermorschwiller

Von mir bis zum ersten Posten am Samstag Morgen sind es gut 70 km. Mit Joe abholen und nicht der letzte sein, heißt das Abfahrt um halb fünf morgens. Dafür gibt’s keine Punkte, obwohl ich ganz sicher welche verdient hätte.
Vor uns waren vielleicht noch 10 andere dran, aber nachdem wir alle drei diese Klöppel-Dinger per Wurf und die Stäbe gewickelt haben, war immer noch vor sechs Uhr, somit konnten wir mit einer ganzen Horde pünktlich zum zweiten Posten aufbrechen.

Obermorschwiller

Les Bruyères

Zum einzigen schweizer Posten in diesem Jahr klemmten wir uns hinter unsere drei Schweizer Freunde, deren Guide auf einer 350 EXC SixDays „Sardinien“ zügig und sicher den Bauernhof ansteuerte. Gut, dass ich im Englischunterricht immer schön aufgepasst hatte, denn es galt deutsche Sätze ins englische zu übersetzen. Zettel abgeben und gleich weiter. Oberhalb etwa 600 m ist es sternenklar, in den Tälern stehen die Nebelseen, fährt man in die Nebelschicht hinein, ist es auf den Straßen fleckenweise etwas rutschig, aber es geht doch ganz gut vorwärts.

Les Bruyères

La Teinture

Der Nebel hängt noch immer in den Tälern drin, hier ist es immer noch ganz schön trüb, auch wenn man schon erahnen kann, dass das nicht mehr lange so bleiben wird, denn die Sonne kratzt mächtig von oben an der Nebelbank. Sehr schöne Anfahrt, erst einige Kilometer über einen Waldweg an der Doubs entlang, dann die letzten 100 m ein glitschiger Feldweg, genau richtig um die Beifahrer der Gespanne mal wieder ein wenig in Wallung zu bringen, indem sie den Bock hochschieben müssen. Die Zusatzpunkte konnte man sich hier an einem großen Feuer mit dem erkennen von Inseln verdienen.

La Teinture

Saint-Georges-Armont

Hier gab’s nur einen Checkpoint, das heißt den Punkt anfahren, das Schild mit dem Stempel finden, und die Boardkarte selbst abstempeln. Keine Ahnung wie man das machen soll, wenn man alleine fährt …

Grapott

Les Granges sous la côte

Weiterhin oben Sonne unten Suppe. Der Posten wurde leicht verschoben, weil der Bauer nebenan wohl keine Lust auf die ganzen Moppeds hatte, aber da er genau an der Durchfahrtsstraße lag hatte niemand Probleme den weiß-blauen Pavillon zu entdecken. Die Probleme kamen aber dann mit der Aufgabe. Man sollte Komponisten den Opern zuordnen – genau mein Ding – nicht. Also mal kräftig die Zettelchen durchgeschüttelt und angelegt. Immerhin ein Treffer, selbst das gelang aber nicht allen.

Les Granges sous la côte

Le Mont de Vannes

Definitiv der schönste Posten dieser Fahrt – was für ein Ausblick. Endlich hat sich der Nebel komplett verzogen und die Sonne wärmte auf, für diese Jahreszeit, viel zu hohe Temperaturen. Dieser Posten war so richtig zum Genießen und nebenbei durfte man mit Unterlegscheiben, Muttern und Schrauben Gewichte schätzen.

Le Mont de Vannes

Tête de Mérelle

Auf der Anfahrt hab ich doch glatt zwei mal hintereinander die Abzweigung verpasst. Das erste mal wegen purer Begeisterung für die Wohnlage, und nur wenige Minuten später hab ich’s einfach so verpennt. Ein kleiner Huper von hinten und ich war wieder wach und schon am Wenden. Oben angekommen wurde der „Energiebogen“ ausgeteilt. CO2, Öl, Solarenergie. Für mich Schätzfragen.

Tête de Mérelle

Lac de Forlet

Die letzten ca 1500m ein richtig schöner Schotter-Waldweg zum hochbrennen, und trotz der Höhe auch hier die Straßen und Wege völlig schneefrei. Die Aufgabe hier: Zuordnen von Pelzen – meine Meinung gefällig? Muss nicht sein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat dafür irgendwo ein Tier gelitten.
Das war’s dann mit den Posten, und da wir im Altherren-Stil einen Posten ausgelassen hatten, hatten wir jetzt noch die Zeit um auf dem Col de la Schlucht draußen auf der Sonnenterrasse einen Cafe Crème zu trinken, bevor wir uns dann talwärts Richtung Ziel schlichen.

Lac de Forlet

Geschafft

Diese Jahr musste das Ziel leider kurzfristig verlegt werden, weil das bisherige Quartier nahe Ferette mit Flüchtenden belegt worden war. Wieso leider? Mir persönlich hat die diesjährige Unterkunft lange nicht so gut gefallen. Der Speise,- und Veranstaltungssaal war nicht so gemütlich und die Zimmer waren jugendherbergsmäßig klein und eng, der Waschraum war größentechnisch auf Kinder ausgelegt und alles in allem ein bisschen schmuddelig. Aber hey, keinen Vorwurf an die Veranstalter, es ist nicht einfach in knapp zwei Monaten für so viele Leute eine Lokation zu finden. Auch gerade deswegen nochmal von hier aus ein herzliches Dankeschön an alle, die bei der Organisation beteiligt waren, den netten Menschen an den Posten und hinter der Theke und denen die sonst irgendwie geholfen haben.

Nächstes Mal wieder? Auf keinen Fall – es sein denn, ich werde wieder überredet.

Le Torrent

Die Routen bei Google Maps: Freitag und Samstag und das Aufgabenblatt

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Ein Kommentar zu “DLWF 2016
  1. Ingolf sagt:

    War diesmal ja (fast) keine Wintertour sondern wohl eher eine nette Herbstausfahrt. Trotzdem, „Abfahrt um halb fünf morgens“ ist schon einen Pokal wert und ich bin mir sicher, Du läßt dich nächstes Jahr wieder überreden.

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